Unser Tag im Extreme-Trail Allgäu

Soo, am Donnerstag war es nun so weit. Für uns ging es in den Extreme Trail im Allgäu.

Für Siobhán und mich war es ein großes Abenteuer und eine Feuerprobe für unsere Bindung, unser Vertrauen ineinander und für alles, was wir bisher erreicht und gelernt haben. Bewusst habe ich mich dafür entschieden diesen großen Schritt zu wagen. Ich war mir sicher, dass dieser Kurs unsere Bindung noch weiter stärken wird und wir danach ein noch tolleres und besseres Team sind.

Aber erst einmal von Anfang an:

Vor einigen Wochen haben eine Stallkollegin und ich beschlossen, dass wir mit unseren Pferden gerne einmal zu einem Natur-Trail fahren würden. Schnell haben wir dann im Allgäu einen tollen Trail gefunden, der uns angesprochen hat. Wir haben dort sofort einen Halbtageskurs (3 Stunden) gebucht.

Die Zeit bis zum Termin verging wie im Fluge. Und obwohl ich noch nie mit Siobhán weggefahren bin, sie noch nie verladen oder im Hänger transportiert hatte und noch nie mit ihr in fremder Umgebung war, war ich kein bisschen aufgeregt. Ich steckte einfach mein ganzes Vertrauen in mein Dickerchen und hatte ganz tief im Inneren einfach ein gutes Gefühl bei allem. So kam es auch, dass ich nicht einmal mehr das Verladen vor unserem Termin geübt habe 😯  

Und dann kam der Tag X. Der Hänger stand bereit. Ich habe Siobhán von der Koppel geholt und erst noch in ihrer Box trinken und fressen lassen. Und dann ging es los. In aller Ruhe bin ich mit ihr zum Hänger marschiert, zwei Karotten in der Hand als kleine Bestechung und bin in den Hänger hoch gelaufen. Und als würde Siobhán nie etwas anderes tun, folgte sie mir wie selbstverständlich in den Hänger. Der Strick hing komplett durch und ich musste nichts machen. Sie hat die Karotten dann natürlich sofort als Belohnung bekommen und dann stand sie da in aller Seelenruhe im Hänger.

Ich war echt baff! Ihr glaubt gar nicht, was für ein tolles Gefühl das ist, wenn das eigene Pferd einem so selbstverständlich folgt und einem solches Vertrauen entgegenbringt! Genau DAS ist die Belohnung für all die Arbeit, all die Zeit, die wir beide miteinander verbringen. Genau in diesem Moment wusste ich, dass ich alles richtig mit ihr gemacht habe 🙂  

Als beide Pferde verladen waren, ging es dann auch schon los. Die Fahrt verlief völlig ohne Probleme und auch als wir dort ankamen, ließ sich Siobhán problemlos wieder aus dem Hänger holen. Ich hatte hier erst etwas Bedenken, dass sie in der neuen Umgebung etwas spinnen könnte. Aber rein gar nichts. Auch hier lief sie wieder in einer Seelenruhe mit mir mit. Sie schaute sich zwar interessiert um und pustete auch etwas mit ihren Nüstern, aber das war es auch. Damit die Pferde erst einmal „ankommen“ können, durften beide in eine Koppel und durften ihre Umgebung inspizieren und lecker Gras fressen. In der Zwischenzeit haben wir schon ein bisschen Theorie gemacht und uns die Hindernisse auf dem Plan angesehen.

Nach ca. 30 Minuten konnten wir dann endlich loslegen. Zuerst ging es auf einen Reitplatz, wo sich die Trainerin erst einmal angesehen hat, auf welchem Stand die Pferde und wir sind bzw. wie gut wir schon miteinander kommunizieren. Danach ging es dann richtig los.

Der Natur Trail liegt auf rießigen Wiesenflächen und ist großzügig verteilt. Von einer Schlucht, über eine Hängebrücke, eine Wippe, Wasserhindernisse und Treppen ist wirklich alles vorhanden. Es ist wie ein großer Spielplatz für Pferde. Begonnen haben wir mit etwas Leichtem. Holzbalken, die wie eine Art Mikado auf dem Boden lagen und durch die die Pferde durchlaufen mussten. Hier mussten sie die Beinchen gut heben und natürlich extrem aufmerksam bleiben. Die Schwierigkeitsstufe wurde dann nach und nach immer weiter gesteigert. Ziel war es, das Pferd am langen, durchhängenden Seil über und durch jedes Hindernis schicken zu können, allein durch die Körpersprache!

Und tatsächlich! Ich hätte es ja nicht für möglich gehalten, aber ich konnte Siobhán wirklich am langen Seil durch eine Schlucht schicken, während ich oben stehen blieb. Ich konnte sie alleine über hohe Treppen laufen lassen und selbst die Wippe oder enge Brücken waren kein Problem! Die Maus hat mich an diesem Tag einfach so dermaßen überrascht. Sie strahlte eine Ruhe und Selbstsicherheit aus, die ich nie für möglich gehalten hätte. Als würden wir das immer machen.

Ich meine, es ist nicht selbstverständlich, dass Siobhán an diesem Tag so extrem cool war! Zum ersten Mal Hänger fahren, zum ersten Mal eine neue Umgebung, zum ersten Mal solche schwierigen Hindernisse. Und sie war einfach eine coole Socke! Ich sehe sie nun mit anderen Augen und sehe in ihr ein starkes, selbstbewusstes Pferd, das alles schaffen kann. Ich sehe UNS als starkes Team mit großem Vertrauen und WEIß, dass wir noch so viel mehr erreichen können!

Ich kann so einen Trail nur jedem wärmstens empfehlen! Man geht danach einfach völlig anders wieder heim und die Bindung von Pferd und Reiter ist nach so einem Abenteuer einfach gefestigter. 

Sollte Tari jemals wieder fit und gesund werden, möchte ich das auch sehr gerne mit ihm erleben. Und auch mit Siobhán möchte ich dort noch einmal hinfahren, denn wir haben natürlich nicht alle Hindernisse geschafft, dafür ist das Areal viel zu rießig.

Am Ende des Tages waren wir natürlich alle ganz schön fertig. Auch wenn es körperlich nicht allzu anstrengend ist, erfordert es trotzdem eine enorm hohe Konzentration von Pferd und Mensch. Siobháns Augen wurden im Hänger dann immer kleiner und kleiner und ich glaube, dass sie diese Nacht tief und fest geschlafen hat :mrgreen: Auch die Rückfahrt war kein Problem. Siobhán ging selbst ohne Bestechung wieder problemlos in den Hänger.

Es war also wirklich ein wunderschöner Tag und wir hatten alle sehr viel Spaß, haben viel gelernt und waren aber auch ganz schön k.o. 

Habt ihr denn auch schon einmal an so einem Trail teilgenommen? Wie fandet ihr euer Erlebnis und wart ih auch so zufrieden?

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