Unsere Anfänge Teil 2: Siobháns Ankunft und ihre AKU

In meinem ersten Teil dieser Reihe habe ich euch bereits erzählt, wie ich Siobhán gefunden habe und wie das „Probereiten“ so abgelaufen ist.

Heute möchte ich ein wenig über ihre Ankunft und ihre AKU (also Ankaufs-Untersuchung) berichten. Nachdem wir ja die Kaufzusage gemacht hatten und auch das geschäftliche geregelt war, hieß es dann warten, bis Siobhán kommt. Der Händler hatte mir zugesagt, dass er sie mir bringt, da ich keinen Hänger besitze und mein kleiner Corsa ohnehin keinen Hänger ziehen kann 😆 

Und dann war es soweit! Der Tag, an dem Siobhán endlich zu mir kommt! Es war der 14. April 2016, ein Donnerstag. Siobhán wurde in einer Art kleinen Mini-LKW für Pferde gebracht und als die Klappe aufging, schaute sie einem aufgeregt, aber irgendwie auch neugierig entgegen. Der Händler holte sie ganz lässig aus dem LKW und wir brachten sie in ihre Box. Ganz „Tinker-like“ dauerte es dann auch gar nicht lange und sie stand schon fressend und seelenruhig da. Ich war echt mega überrascht, wie gechillt sie wirkte und selbst alle aus dem Stall waren erstaunt. 

Mit dem Händler klärten wir noch den Vertrag und hielten ein Pläuschchen. Während dieses Gesprächs habe ich dann zum ersten Mal erfahren, wo Siobhán eigentlich herkam, bevor sie in Deutschland war und was das „HHO“ in ihrem Namen bedeutet. Ihr voller Name lautet nämlich „HHO Siobhán“. Das HHO steht für eine Hilfsorganisation in Irland (Hungry Horse Outside), die verhungerte, vernachlässigte und misshandelte Pferde rettet. Als ich mich näher mit ihrer Vergangenheit beschäftigt habe und mir ausgemalt habe, wie ihr Leben bisher war, wurde mir ehrlich gesagt sehr, sehr schwer ums Herz und umso glücklicher war ich, dass ich diesem wunderbaren Pferd nun hoffentlich ein besseres Leben schenken darf.

Schon am nächsten Dienstag kam dann unser Tierarzt, um die AKU durchzuführen. Sollte diese nämlich schlecht ausfallen, so hatten wir eine Art Rückgaberecht beim Tinker-Händler. Natürlich hoffte ich, dass es keine Befunde gibt. Aber selbst, wenn es welche gegeben hätte, so hätte ich Siobhán nicht mehr hergeben wollen.

Ich will hier nicht den Begriff „Seelenpferd“ verwenden, da ich ihn einfach kitschig und schon zu überbeansprucht finde. Jeder nennt sein Pferd ja mittlerweile so und ich glaube da nicht ganz so daran. Jedenfalls nicht in dem Sinne, wie es manche kleinen Pferde-Girlies tun. Aber ich weiß nicht genau woran es lag und was es war, aber es MUSSTE einfach Siobhán sein. 

Die AKU verlief dann…naja…sagen wir mal so: Siobhán war dann doch nicht mehr ganz so gelassen, wie sie es erst zu sein schien. Hier zeigte sie dann doch ihr wahres Gesicht. Sie ließ sich kaum ordentlich vom Tierarzt anfassen, stand kein bisschen still und an ihre Hufe war gar kein Herankommen. Der Tierarzt nahm es langsam schon persönlich und fluchte dann doch schon vor sich hin. Zu dem Zeitpunkt war ich natürlich schockiert und vollkommen überfordert mit der Situation. Jetzt fast ein Jahr später kann ich darüber sogar lachen :mrgreen: Der Tierarzt wohl eher nicht.

Da wir die Hufe allerdings röntgen wollten, um zu sehen, ob dort alles in Ordnung ist, mussten wir Siobhán leider sedieren. Alles andere war selbst mit vier teilweise fünf Leuten nicht möglich! Und obwohl die Dicke eine recht hohe Dosis bekommen hatte, schaffte sie es immer noch sich zu wehren und sich allem zu entziehen. Es war echt ein Kampf. Sie wurde dann schließlich so störrisch, dass sie sich kurzerhand AUF den Tierarzt setzte. Der fluchte natürlich noch mehr.

Wirklich, zu dem Zeitpunkt fand das keiner von uns lustig und die Stimmung war dann auch dementsprechend. Aber jetzt, wo ich das alles schreibe und ich mich noch einmal daran erinnere, muss ich echt lachen und schmunzeln. Dass der Tinker sich einfach hinsetzt, ist im Nachhinein doch zu komisch. 

Aber immerhin, es kamen keine großartigen Befunde heraus und Siobhán hat sogar eine Klasse 1 bis Klasse 2 AKU. Also wirklich sehr gut! Die Sedierung haben wir dann auch gleich noch ausgenutzt und wollten ihre Zähne auch noch mitmachen. Die hatten nämlich auch Behandlungsbedarf. Aber auch hier hat sich die Dame trotz starker Sedierung noch so vehement gewehrt, dass sie mitsamt Bohrer im Maul und dieser Maulsperre (wie genau nennt man das eigentlich) im Mund weglaufen wollte. 

Aber was lange währt, wird endlich gut: schlussendlich haben wir alles geschafft, keiner wurde verletzt und die AKU wurde ohne Befunde abgeschlossen. 

Wie es dann mit uns weiter ging und wie wir die erste Zeit überstanden haben, erfahrt ihr dann im dritten Teil meiner Reihe „Unsere Anfänge“.  🙂 

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