Ehrgeiz ja – aber bitte nicht zu viel!

Kennt ihr das?! Ihr habt eine neue Übung oder euch ein neues Ziel gesetzt und möchtet das unbedingt schaffen. Man entwickelt einen richtigen Ehrgeiz und will die Übung perfekt meistern. Und dann übt man das. Nochmal und nochmal und nochmal. Aber wo bleibt hier das Pferd?!

Ich hatte gestern so einen Moment. Vor kurzem hatte ich einen Reitkurs, bei dem ich ein paar neue Dinge gelernt habe und die wollte ich gestern umsetzen bzw. üben. Und ich wollte das unbedingt genau so hin bekommen, wie ich mir das vorstellte. Es sollte zu 100% richtig und perfekt sein.

Und ich bin sooo ehrgeizig geworden und habe die Übung wiederholt und wiederholt und immer mehr getrieben und getrieben. Und ich wollte das soooo unbedingt, dass ich Siobhán doch etwas angepackt habe.

Ich habe mir gestern Abend das Training noch einmal durch den Kopf gehen lassen und reflektiert, wie es abgelaufen ist. Und im Nachhinein finde ich selbst, dass ich einige Male zu forsch zu Siobhán war und „zu viel gewollt“ habe. Es war ihr gegenüber absolut nicht fair, da sie sich echt richtig bemüht hat und brav mitgemacht hat.

Ich bin generell jemand, der, sobald er sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dies schnell erreichen möchte. Lieber heute als morgen. Und hier muss ich lernen geduldiger zu werden und auch auf mein Pferd zu achten. 

Ich habe mir gestern einige Fragen gestellt. Hat Siobhán abgeschnaubt? Ist sie zufrieden gelaufen? Hat sie gut abgekaut? Wa sie klemmig oder verspannt? Auf all die Dinge habe ich gestern beim Reiten irgendwie gar nicht geachtet und war so auf die Übung versteift.

Wir als Reiter sollten hier wirklich aufpassen und darauf achten, dass es dem Pferd dabei immer gut geht. Natürlich steht hinter Erfolg IMMER Ehrgeiz und viel Training. Aber das DARF nicht zu Lasten des Pferdes geschehen. Es ist unser Sportpartner und nicht unser Sportgerät! Ich bin niemand, der sein Pferd nur betüttelt und es in Watte packt, auch ich kann hart durchgreifen. WENN es denn sein muss.

Aber wie ich gestern geritten bin, hat mir überhaupt nicht gefallen. Und ich werde künftig viel mehr darauf achten, wie Siobhán sich beim Training fühlt. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dieses Problem bei sehr, sehr vielen Reitern auftaucht und man sollte sich nach dem Training immer mal wieder hinterfragen und reflektieren.

Wie seht ihr dieses Thema? Habt ihr euch auch schon dabei ertappt, dass ihr ZU ehrgeizig wart?

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2 comments

  1. Ja ich wollte auch ganz schön lange zu viel von King und ertappe mich auch jetzt noch manchmal dabei einfach zu viel zu wollen aber bei uns endet dass dann immer in Katastrophen wenn ich mich zu sehr verbeise da wir ins gegenseitig total aufschaukeln

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