Horse Diary 02.07.2017

Ihr wisst ja, dass ich meinen Blog sehr ehrlich führen möchte und euch in meinem normalen Alltag mitnehme. Diese Alltage sind nicht immer nur von schönen Dingen und Erlebnissen geprägt und heute war es mal nicht so toll.

Aber ich möchte eben zeigen, dass es mit Pferden nicht nur die heile Ponywelt gibt, sondern auch die andere Seite. Daher erzähle ich euch ohne Verschönerungen, was heute passiert ist.

 

Begonnen habe ich heute mal mit Tari. Der Tierarzt hat uns eindringlich empfohlen, dass Tari wieder mehr Bewegung benötigt, da er sonst komplett einrostet. Ich soll ihn jetzt wieder täglich in allen drei GGA longieren, damit er wieder flexibler wird.

Gut. Das habe ich dann heute also gemacht. Am Anfang lief Tari tatsächlich gar nicht mal so schlecht. Zwar nicht völlig taktrein und nicht zu 100% sauber, aber dennoch ganz ok. Als ich ihn dann angaloppiert habe, lief er auch noch ein paar Runden, bis seine Beine plötzlich vorne weggeknickt sind und er mit voller Wucht zur Seite rutsche, sich überschlug und auf den Rücken knallte. Ich konnte leider nichts tun, außer fassungslos zuzusehen und schnell die Longe loszulassen.

Durch den Überschlag hatte sich die Longe leider auch noch um Tari gewickelt. Als er aufstehen wollte, ist er auf die Longe getreten und sofort wieder hingefallen. Ich muss sagen, ich habe schon öfter mal Pferde wegrutschen, stolpern oder auch mal umplumpsen sehen, aber noch nie mit solch einer Wucht und so dermaßen unkontrolliert, dass es sich gleich überschlägt. 

Zum Glück ließ sich Tari recht schnell wieder beruhigen und ich beschloss in aller Ruhe weiter zu machen und keine Panik zu verbreiten. Ich wollte für Tari einfach ganz viel Ruhe ausstrahlen. Aber schon nach wenigen Runden Trab habe ich dann gesehen, dass es von Runde zu Runde schlimmer wurde und letztendlich ist Tari nun wieder auf drei(!) Beinen lahm. So wie all die Wochen vorher schon. 

Ich habe dann sofort aufgehört, da ich keinen Sinn darin sehe ein lahmes Pferd weiter zu longieren. Zumal der Sturz und das Wegknicken ja schon gezeigt haben, dass Tari das körperlich einfach nicht schafft. Die Beine sind definitiv zu kaputt dafür.

Der Sturz hat mit seiner erneuten Lahmheit allerdings nichts zu tun, denn genau auf den drei Beinen hat Tari vorher auch schon immer wieder gelahmt. Der Sturz war jetzt einfach nur ein klares Warnsignal und für mich hat der heutige Vorfall deutlich bestätigt, dass Tari nicht mehr reitbar ist und seine Beine zu kaputt sind. Jeder Versuch ihn noch reiten zu wollen, wäre in meinen Augen reine Quälerei!

Was wir jetzt mit ihm machen und wie es weiter geht, müssen wir nun sehen. Geritten wird er definitiv nicht mehr! 

 

Auch Siobhán hat mich heute echt aufgeregt, denn auch sie habe ich longiert. Madame wollte aber partout nicht an der Longe galoppieren (und das kann sie sehr wohl und sehr gut!!) und ist viel lieber im Renntrab um mich herum gekreiselt. Mit dem Tempo hätte sie locker auch im Trabrennen mithalten können! Ihr glaubt gar nicht, wie schnell so ein Tinkerchen traben kann, wenn es nicht galoppieren möchte.

Leider kann ich ja dann nicht einfach aufhören und so habe ich uns beide so lange „gequält“, bis Siobhán endlich auf beiden Händen galoppiert ist. Hätte ich vorher aufgehört, wäre das fatal gewesen und sie wäre wahrscheinlich nie wieder richtig an der Longe galoppiert. Da muss man echt hart bleiben und das bis zum Ende ausdiskutieren, sonst tut man sich absolut keinen Gefallen.

Ich glaube, so ein bisschen haben wir uns heute gegenseitig gehasst, aber als es nach dem Training dann Futter gab, war für Siobhán bereits schon alles wieder vergessen :mrgreen: So sind die Tinker halt.

 

Ja, also alles in allem nicht unbedingt ein erfolgreicher, erfreulicher Tag. Ich werde auch noch unserem Tierarzt von dem Vorfall berichten und bin gespannt, was er dazu sagt. Für mich allerdings ist es unbestreitbar, dass Tari „platt“ ist und auf die Rentnerkoppel gehört, wo er sein Leben genießen kann.

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2 comments

  1. Oje, du Arme. Ich lese deinen Blog jetzt schon eine Weile mit und freue mich und leide mit dir. Das mit Tari ist echt nicht schön und ich kann dich komplett verstehen. Ich finde auch richtig gut, wie geduldig du alles mitmachst, obwohl er für dich viel mehr Belastung ist als Freude.
    Unter diesen Umständen kann ich deine Gedanken, dass Tari garantiert nicht mehr reitbar ist, sehr gut nachvollziehen. Ich habe es nicht gesehen und nur durch deine Erzählung miterlebt, aber mir kam sofort der Gedanke „wenn er jetzt so lange Zeit nur im Schritt bewegt wurde, ist es eigentlich kein Wunder, dass er die Belastung aller drei GGG an der Longe noch nicht aushält und stolpert bzw. wegrutscht. Und dass er sich dann nicht fangen kann, liegt sicherlich auch eher daran, dass die Muskulatur abgebaut und die Koordinationsfähigkeit sicher auch gelitten hat. Ich glaube gar nicht, dass dieses Erlebnis das endgültige Zeichen ist, dass er nicht mehr gesund wird. Auch das Lahmen hinterher. Er hat sich erschrocken und vertraut sich sicher selbst nicht mehr richtig.
    Wie gesagt, ich kann deine Gedanken komplett nachvollziehen und du wirst die richtige Entscheidung treffen. Ich wollte dir nur einen kleinen Denkanstoß geben, die Sache nicht gleich ganz so negativ einzuordnen.
    Ich wünsche dir auf jeden Fall, dass ganz bald alles gut wird.

    1. Liebe Sandra,
      vielen Dank für deinen Denkanstoß und gleichzeitig dein Verständnis. Auch mir kam der Gedanke schon, dass er einfach kaum noch Muskeln hat und ihm das Ganze sicher extrem schwer fällt. Aber leider gibt es eben noch ein paar andere Zeichen. So läuft er selbst im Schritt nicht ganz lehmfrei und sobald es auf harten Boden, wie z. B. Asphalt geht, hat er deutliche Schmerzen.

      Ich fühle mich bei der ganzen Sache nicht wohl, ihn auf Biegen und Brechen wieder fit machen zu müssen und denke einfach, dass er auf der Koppel sicherlich glücklicher wäre. Ich komme mir so extrem egoistisch vor, wenn ich ihn jetzt unbedingt wieder zum Reitpferd machen muss oder ihn arbeiten muss, obwohl er deutlich lahm geht.

      Liebe Grüße

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